„Alle Menschen – ungeachtet welcher Gruppe sie angehören und auch kommenden Generationen mit einbezogen – sind gleichberechtigt und frei in ihrem Streben, ihre individuellen Vorstellungen vom guten Leben im Diesseits zu verwirklichen, sofern dadurch nicht die gleichberechtigten Interessen anderer in Mitleidenschaft gezogen werden, und es ist die unaufkündbare Aufgabe eines jeden Menschen, mit allen zur Verfügung stehenden Kräften dazu beizutragen, dass möglichst niemandem die Inanspruchnahme dieses fundamentalen Rechts versagt bleibt.“
Humanistische Basissetzung

Wir, die Gruppe Aktion und Kritik Panda versteht sich als radikal-humanistischer und linksradikaler Zusammenschluss. Als solcher stellt die humanistische Basissetzung den Ausgangspunkt für unsere Handlungen und Theorien dar.

Der Radikale Humanismus geht zurück auf Erich Fromm, einen bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Das Besondere an der von ihm formulierten philosophischen Betrachtung jedoch ist, dass sie bloß aus dem Axiom der Basissetzung besteht und so der weiteren Deutung eines jeden offen bleibt. Sie ist mehr eine Richtgebung, als eine vollkommene Weltanschauung, welche die Welt pauschal in „Gut“ und „Böse“ einteilt.
Die politische Maxime des Radikalen Humanismus lautet entsprechend der Deutung des kategorischen Imperativ Kants nach Karl Marx, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“. Unserer Konzeption nach ist die Formulierung „alle Verhältnisse“ wörtlich zu nehmen und sich dementsprechend nicht nur auf die ökonomischen Aspekte der Gesellschaft bezieht. Die Maxime des humanistischen Handelns zielt also auf alle Ebenen des menschlichen Lebens. Auf die des Individuums und der direkten zwischenmenschlichen Beziehungen ebenso wie auf die sozialer Strukturen und Institutionen. Daraus ergibt sich die Pflicht eines jeden, aktiv gegen Missachtungen der Humanität vorzugehen.
Die Vorstellung einer auf diesen Ideen basierenden Gesellschaft findet sich wieder im Begriff des Kommunismus.

Für uns ist klar, das gute Leben kann es nur in eben diesem Kommunismus geben. Er ist gesondert von den bereits bestehenden Assoziationen wie den marxistisch-leninistischen Ideologien zu sehen. Der Mitbegründer des Begriffs selbst, Karl Marx, formulierte keine klare Definition dessen, was ihn auszeichne. Grundsätzlich gilt alles in Frage zu stellen, indem wir im Hier und Jetzt erkennen und kritisieren was uns missfällt, und gleichberechtigt wie kollektiv Lösungsansätze suchen und umsetzen. Der Reiz, sowie die grundlegendste Veränderung im gesellschaftlichen Dasein liegt in dieser Erschließung gesellschaftlicher Lebensumstände auf Basis der Negation. Denn nur wenn Menschen beginnen, selbstbestimmt Gesellschaft zu gestalten statt zu konsumieren und zu gehorchen, wird ihr Bewusstsein für die Bedürfnisse aller größer, das Verantwortungsbewusstsein höher und Humanismus die Maxime.
Für unsere Definition gilt also – zunächst – der subjektive Maßstab, frei nach dem Motto: Erlaubt ist was gefällt! An seine Grenzen stößt dies jedoch an dem Punkt, wo andere in genau diesem Streben eingeschränkt werden. Aus dem universellen Recht, dem Anspruch auf die Möglichkeit der Verwirklichung des individuellen Lebenskonzepts, erwächst zugleich nicht nur die Pflicht, auf die gleichbedeutenden Rechte anderer Rücksicht zu nehmen, sondern auch die, aktiv und verändernd Tätig zu werden.

Die Humanistische Basissetzung definiert zwar nicht, wie das gute Leben konkret aussieht, doch wird daraus ersichtlich, was im Widerspruch zu diesem steht. Täglich sieht sich der Mensch mit repressiven Strukturen konfrontiert, die ihn daran hindern, seiner individuellen Glücksvorstellung zu folgen. Diesen gilt es entschlossen Kontra zu bieten. So sehen wir uns in der Tradition antikapitalistischer Bewegungen. Wohl in dem Bewusstsein, dass der Kapitalismus weder der eine Hauptwiderspruch, noch einer von vielen, voneinander unabhängigen, ist.

„Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.“ formulierte Karl Marx 1844, und hier beginnt für uns Praxis und Theorie.
Für das gute Leben!

AK Panda, Februar 2012