Archiv für Februar 2012

Über die Verhältnisse leben – Gegen engere Gürtel & Kapitalismus!

    Plakat zur Ravedemo am 16.3.

Aufruf des „Antikapitalistischen Krisenbündnisses Göttingen“ zur Antikapitalistischen Rave-Demo am

    Freitag, 16.3.2012 | 18Uhr | Gänseliesel

In Zukunft wird man die Gürtel etwas enger schnallen müssen und man kann sich drauf einstellen, dass man es nicht mehr so gut haben wird wie bisher, da man einfach über die Verhältnisse gelebt hat in den letzten Jahren. Dieser und anderer Sparfuchsrhetorik begegnet man zur Zeit an jeder Ecke. Man trifft sie in der internationalen Politik, z.B. im Bezug auf Griechenland, aber auch auf kommunaler Ebene, nur weniger drastisch. Im Göttinger Zukunftsvertrag verpflichtet sich die Stadt Göttingen ihr alljährliches Minus von ca. 5 Millionen Euro abzubauen. Die BürgerInnen dürfen sogar ganz demokratisch mit entscheiden, wer es am ehesten verdient hat, den Geldhahn zugedreht zu bekommen. Denn sparen, und das scheint allen ein zu leuchten, sei alternativlos.

Aber warum muss eigentlich gespart werden?

Die Produktivität steigt, d.h. mit immer weniger Menschen kann immer mehr Kram produziert werden. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein sollte, gerät im Kapitalismus zum Fluch. Denn die Güter werden nicht produziert, damit Menschen sie benutzen können und Freude an ihnen haben, sondern es wird einzig und allein produziert, um damit Geld zu verdienen. Wenn die Produkte nicht gewinnbringend verkauft werden können, dann ist das für das jeweilige Unternehmen ein Problem. Die deutsche Autoindustrie beispielsweise litt 2009 darunter, dass mehr Autos produziert wurden als sich Menschen Autos leisten konnten, jemand also zwangsläufig auf seinen Produkten sitzen bleiben musste. Der Grund für Krise im Kapitalismus ist also nicht natürliche Knappheit, sondern weil es eine Überproduktion gibt. Das ist doch bescheuert. Doch derzeit wird alles nach diesem Prinzip produziert und verteilt. Während der letzten Kältewelle erfroren die Menschen, nicht, weil es zu wenige beheizte Zimmer gibt, sondern weil sie sich keinen Zugang zu beispielsweise Hotelzimmern kaufen können.

Damit die Leute nicht auf die Idee kommen sich das, was sie brauchen, einfach zu nehmen, schützen Polizei und Securities, das Recht auf Eigentum. Im Beispiel Kältewelle heißt das, sie garantieren, dass die Leute auf der Straße erfrieren und nicht einfach in leerstehende Suiten einziehen.

Wir müssen doch sehr den Kopf darüber schütteln, wie unvernünftig die Menschen die Produktion und Verteilung von Gütern organisiert haben. Es wäre schlauer, wenn der Bedarf der Menschen ermittelt würde und die entsprechende Menge produziert und verteilt würde, und nicht länger Menschen am einen Ende der Erde unverkäufliche Lebensmittel wegschmeißen, aber gleichzeitig Andere hungern. Dafür müsste sich aber der Zweck der Produktion ändern. Die Bedürfnisbefriedigung der Menschen müsste im Mittelpunkt stehen und nicht das Profitmachen.

Allerdings hilft uns die Einsicht, dass hier grundlegend was schief läuft wenig, denn wer meint, man müsste einfach nur sein Verhalten ändern (nichts mehr wegschmeißen und so), der verkennt die Totalität des Kapitalismus: ein außerhalb gibt es nicht. Wenn nun grundsätzlich der Kapitalismus das Problem ist und es ein außerhalb nicht gibt, dann fällt uns nichts schlaueres mehr ein als die Verhältnisse auf der Welt grundlegend zu ändern, denn der Kapitalismus ist nicht irgendwann vom Himmel gefallen. Er wurde und wird von den Menschen gemacht und kann auch von ihnen abgeschafft werden. Wer sich nun unangenehm an die DDR erinnert fühlt, dem können wir nur sagen: was wir hier meinen hat mit der DDR nichts zu tun. Wir wollen einen Zusammenschluss freier Menschen, die sich gemeinsam organisieren und keinen Staat, der darüber entscheidet, was Menschen zu brauchen haben. Für eine Kritik der DDR, die wir teilen, lest hier weiter.

Am 31.3. werden in Frankfurt anlässlich des european day of action against capitalism die Krisenproteste 2012 beginnen.

In Göttingen geht’s schon früher los. Am 16.3.2012 veranstaltet das antikapitalistische Krisenbündnis Göttingen einen Rave. Am Gänseliesel ab 18:0h tanzen und feiern wir dekadent und luxuriös über unsere Verhältnisse, für eine vernünftige Gesellschaft abseits von Staat, Nation & Kapital.

Luxus für alle!

Göttingen, im Februar 2012

Antikapitalistisches Krisenbündnis Göttingen:
Anarchosyndikalistische Jugend Göttingen (ASJ) | Gruppe Gegenstrom | Grüne Jugend Göttingen | KulturKollektiv Göttingen | Redical [M] | ak panda

M31 – European Day of Action against Capitalism – auch in Göttingen!

Das antikapitalistische Krisenbündnis Göttingen präsentiert:

M31 – European Day of Action against Capitalism – auch in Göttingen!

Die Krise verschärft sich immer weiter, keiner scheint mehr ein noch aus zu wissen und die Lebensbedingungen der Menschen werden in ganz Europa immer schlechter. Am 31. März 2012 rufen deshalb linke Gruppen und libertäre Basisgewerkschaften aus ganz Europa zu einem Tag des Protest gegen die Elendsverwaltung der EU-Krisenpolitik und für eine befreite Gesellschaft jenseits von Staat und Kapital auf. Dabei soll dieser Tag ein erstes Zeichen setzen, aber letztendlich nur den Auftakt für eine europaweite antikapitalistische Organisierung bilden.

In Deutschland wird am 31.3. eine bundesweite Demonstration in Frankfurt am Main statt finden. Frankfurt ist Sitz der EZB, hier werden Kürzungsprogramme und Reformauflagen verhandelt. Die EZB mit ihren währungspolitischen Befugnissen ist zentrales Instrument zur Sicherung und Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der EU und gleichzeitig Stütze für die Maßnahmenpolitik gegenüber den angeschlagenen Euro-Staaten. Ziel ist also nicht das Bashing von Banken als angeblich aus Profitgier für die Krise verantwortliche Institutionen, sondern die Kritik an der Logik von Verwertungszwang und Elendsverwaltung, die dem Kapitalismus inne wohnt.

Auch in Göttingen haben sich mehrere linke Gruppen zu einem antikapitalistischen Krisenbündnis zusammengeschlossen, um im Vorfeld des 31. März zu den Protesten zu mobilisieren und die Diskussion auch auf lokaler Ebene inhaltlich voranzutreiben. Folgende Veranstaltungen und Aktionen stehen bereits fest:

28. Februar | 21.30 Uhr | JuzI → „Zwei Jahre Kahlschlagspolitik in Griechenland“ – Veranstaltung mit Ralf Dreis | organisiert von ASJ Göttingen | An­kün­di­gung

10. März | 23 Uhr | JuzI → M31 Soliparty

13.3. | 19.30Uhr | tba
→ „Krise in Theorie und Praxis“ Podiumsdiskussion mit Thomas Ebermann, Thomas Seibert und …umsGanze! | Ankündigung

16. März | 18 Uhr | Gänseliesel (Marktplatz) → „Über die Verhältnisse leben – gegen engere Gürtel und Kapitalismus“ | Antikapitalistische Rave-Demo

21.März | 20 Uhr | Cafe Kabale → „Krisenprozesse und Staatsschulden“ | eine Veranstaltung der Redical [M]

24. März | 20 Uhr | T-Keller → Mobiveranstaltung für den 31.3. mit Verkauf von Bustickets

31. März → Gemeinsame Anreise nach Frankfurt (achtet auf Infos)
„It’s not enough to be angry – Fight capitalism 100 %“→ Bundesweite Demonstration in Frankfurt

Antikapitalistisches Krisenbündnis Göttingen:
Anarchosyndikalistische Jugend Göttingen (ASJ) | Gruppe Gegenstrom | Grüne Jugend Göttingen | KulturKollektiv Göttingen | Redical [M] | ak panda

Weitere Infos auch bei:
march31.net/de | …umsGanze! | Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU-IAA)

Mit der Gesamtsituation unzufrieden

    unzufrieden

Wohlstand für alle? – Aus der Traum!
Nicht erst mit dem Crash 2007 hat sich Ludwig Erharts Versprechen in Luft aufgelöst. Desillusion macht sich breit. Doch Zweifel am System? Niemals! Die Schuldigen sind ja auch schnell gefunden: Gierige Banker und Pleitestaaten haben die Krise ausgelöst. Verkürzter Kapitalismuskritik und Krisennationalismus stehen Tür und Tor offen. Denn Schuld sind in jedem Fall die anderen.

Dabei hat die Krise System: Seit Jahrzehnten kriselt es schon im weltweiten Kapitalismus, ob DotCom-, Immobilien- oder Derivatenblase – wie Seifenblasen platzt eine nach der anderen. Kritik am Kapitalismus kommt trotzdem kaum auf, im Gegenteil: lediglich etwas mäßigen müsse mensch ihn, etwas entschleunigen, etwas menschlicher machen. Und, verdammt noch mal, den Gürtel endlich enger schnallen. Bullshit.

Wir haben kein Bock auf die ganze Scheiße, wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden. Am 31. März 2012, dem europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus „M31“, wollen wir deshalb unseren Protest kundtun, gemeinsam und solidarisch mit allen, die für eine befreite Gesellschaft kämpfen, egal, ob hier oder anderswo.
Für das gute Leben!

    Long story short: Antikapitalistische Demo | 31. März | 14 Uhr | Hauptbahnhof Frankfurt/Main

An dieser Stelle möchten wir euch noch diese zwei ausführlicheren Aufrufe ans Herz legen:

    …ums Ganze!                                  M31

Web 2.0

Wir haben gruppenintern eine längere Diskussion darüber gehabt, ob und wie, d.h. auf welchen Ebenen es sinnvoll ist, das Internet bzw. die so genannten „Social Media“ Plattformen, sprich Facebook, Twitter und Blog, zu nutzen. Insbesondere Facebook ist schließlich in der Vergangenheit auf Grund seiner bedenklichen Datenschutzsituation negativ aufgefallen. Nach einer eingehenden Abwägung der Risiken haben wir uns letztendlich dafür entschieden, diese Medien zu nutzen.

Schwerpunktmäßig hat unsere Politik natürlich in der direkten Aktion, im ‚realen’ Hier und Jetzt stattzufinden – nichtsdestotrotz hat die mediale Berichterstattung in den ‚neuen Medien’ in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen. Oder, wie der Politologe Joachim Raschke es polarisierend ausdrückt „Eine Bewegung, über die nicht berichtet wird, findet nicht statt.“.

Wir wollen das ‚Social Web’ primär dazu nutzen, Texte zu veröffentlichen und Veranstaltungen anzukündigen. Der Vorteil des Internets liegt hierbei primär in seinem großen Mobilisierungspotential.

Uns ist ebenso wie euch bewusst, dass die Nutzung des Internets mit Risiken verbunden ist. Mensch ist nicht anonym, jeder Schritt wird gespeichert. Wir möchten euch deshalb noch mal darauf hinweisen, genau zu bedenken, welche Informationen ihr preisgebt.
So speichert Facebook nicht nur eure Pinnwandeinträge und Nachrichten (auch nachdem diese gelöscht wurden), sondern auch, von wo ihr euch eingeloggt habt, welches Betriebssystem, Programm etc. ihr nutzt. Auch der Besuch auf Seiten mit Facebook Plugins wird gespeichert. Facebook liest auch die so genannten Metadaten von Fotos aus, d.h. wann (evtl. wo) und womit eine Foto geschossen wurde. All diese Daten werden erst nach bis zu drei Monaten, nachdem ihr euer Konto aufgelöst habt, gelöscht.
Da die Datenverarbeitungsstelle von Facebook in den USA liegt, unterliegen all diese Daten dem Patriot Act.
Seid euch dem Risiko bewusst.

Wenn ihr Kontakt mit uns aufnehmen wollt, findet ihr alles notwendige unter Kontakt. Am liebsten sind uns natürlich verschlüsselte Mails, unseren öffentlichen PGP-Key findet ihr hier.

Selbstverständnis online

Eine gekürzte Version unseres Selbstverständnisses ist ab jetzt online, zu finden hier.

Eine ausführlichere Version wird noch folgen.